Heute erreichte uns folgende E-Mail:
Sehr geehrte Initiatoren des Aufrufs „München ist bunt“,
auch wenn ich nicht in München wohne, will ich den Protestaufruf „München ist bunt“ gegen den Naziaufmarsch in Fürstenried am 8. Mai unterschreiben. „Der Krieg war zu Ende, die Dummheit lebt weiter“ – das darf nicht sein. Ich werde zur Protestaktion kommen.
Mit freundlichen Grüßen
Ch. Sch. (Jahrgang 1927)
Wolfratshausen
8. Mai, Tag der Befreiung vom Faschismus – und sie wollen wieder marschieren: die alten und neuen Nazis, deren Vorbilder ganz Europa terrorisierten und willkürlich Menschen einsperrten, folterten und töteten. Ausgerechnet am 8. Mai sollen wir ihre Trommeln und Stiefel wieder auf unseren Straßen hören.
Sehr geehrte Frau Wenngatz,
in der Anlage finden Sie zum Thema des geplanten Neonazi-Aufmarsches am 8. Mai meinen Dringlichkeitsantrag, den der Kreisverwaltungsausschuss in seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen hat.
aus der Rathaus-Umschau vom 6.5.2010
KVR beschränkt die Neonazi-Versammlung am 8. Mai
Die für den 8. Mai in München angezeigte Versammlung mit dem Titel „8. Mai 1945 – Der Krieg war zu Ende, das Morden nicht!“ der rechtsextremistischen Organisation „Freie Nationalisten München“ kann durch das Kreisverwaltungsreferat (KVR) aufgrund des auch von den Verwaltungsgerichten immer wieder betonten hohen Stellenwerts des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit nicht verboten werden.
Einen wie im Internet von den Neonazis als „Trommel- und Fackelmarsch durch München“ beworbenen Aufzug wird es allerdings nicht geben. Das Kreisverwaltungsreferat sah insofern das so genannte „Militanzverbot“ verletzt. Hierdurch sollen Versammlungen verhindert werden, die nach ihrem äußeren Erscheinungsbild paramilitärisch geprägt sind oder sonst den Eindruck von Gewaltbereitschaft vermitteln. Es wurden daher folgende restriktiven Einschränkungen getroffen:
Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Beyerle: „Wir haben – wie auch in der Vergangenheit – alle rechtlichen Möglichkeiten des Versammlungsgesetzes ausgeschöpft, damit die Neonazis in München nicht den von ihnen beantragten, nationalsozialistisch geprägten Trommel- und Fackelmarsch durchführen können. Ein solcher Marsch würde – insbesondere am 65. Jahrestag des Kriegsendes – die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft verherrlichen und damit die Würde der Opfer zutiefst verletzen.“
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
Seit 1. Juli 2010 betreiben die Neonazis in der Drygalski-Allee 33 im Münchner Süden ein, wie sie es nennen, Kommunikations- und Informationszentrum. Hier wollen sie sich regelmäßig treffen. Nach eigenen Angaben (auf ihrer Homepage) sind für die kommenden Wochen bereits regelmäßige Versammlungs- und Schulungstätiglkeiten vorgesehen. Zu der Eröffnungsfeier sind Neonazis aus ganz Deutschland eingeladen (auf der websites BA19 SPD-Fraktion finden Sie weitere Infos dazu).