Protest gegen Neonazis funktioniert – wenn genug Menschen mitmachen
Die Bürger müssen neonazistische Aufmärsche in ihren Städten nicht hilflos erdulden. Das zeigen die Ereignisse des 1. Mai in Berlin, Schweinfurt und andernorts, wo friedlicher Protest Nazimärsche verkürzte, verhinderte oder im Lärm der Sprechchöre untergehen ließ.
Am 8. Mai sind nun die Münchener aufgerufen, ihrer Ablehnung des geplanten Marsches der so genannten „Freien Nationalisten“ durch den Stadtsüden Ausdruck zu verleihen – und zwar durch den Besuch des Kulturfestes „München ist bunt“. „Je mehr Menschen kommen, desto deutlicher wird diese Ablehnung ausfallen und desto erfolgreicher der Protest sein“, sagt Micky Wenngatz, die Koordinatorin des Festes.
In Berlin gab es Wirbel um Wolfgang Thierse, denn der Bundestagsvizepräsident hatte sich auf die Straße gesetzt, um einen neonazistischen Aufmarsch zu verhindern – legal war das wohl nicht. Dennoch wurde Thierses Engagement und das weiterer rund zehntausend Bürger belohnt: Der Marsch von rund 700 Neonazis war nach wenigen hundert Metern zu Ende.
Auch die Schweinfurter setzen am 1. Mai ein deutliches Zeichen gegen nazistische Aufmärsche. Tausende kamen zusammen, um den Zug der Neonazis mit Sprechchören zu stören, Kirchenglocken läuteten: Was auch immer die Nazis von sich gaben – es ging im friedlichen, aber lautstarken Protest der Zivilgesellschaft unter. Der kreisende Polizeihubschrauber tat ein Übriges, wie überhaupt die Polizei sehr erfolgreich die Sicherheit der Bürger gewährleistete. (Weitere Berichte unter: Schweinfurt im Internet )
Nun München: Ausgerechnet an dem Tag, an dem sich Europa an die Befreiung vom Faschismus erinnert, wollen die Neonazis durch den Münchener Süden marschieren – vorbei an einem Asylbewerberheim und einer Gedenkstätte für die Opfer der Weltkriege. Parteien, Vereine, Verbände und die beiden betroffenen Bezirksausschüsse werden mit dem rasch organisierten Kulturfest „München ist bunt“ neben der geplanten Strecke dagegenhalten. Der Vorsitzende des BA 19 Hans Bauer und die stellv. Vorsitzende des BA 20 Frauke Bristot rufen alle Bürgerinnen und Bürger ihrer Stadtvierte zum Mitmachen auf.
„Eine Gelegenheit für alle Münchenerinnen und Münchener, den Nazis auf friedliche, aber unmissverständliche Weise zu zeigen: Wir wollen euch nicht!“, erklärt Micky Wenngatz, die Koordinatorin des Festes. Wer sich dieser Aussage anschließen will, kann das durch seinen Besuch des Kulturfestes am 8. Mai um 16 Uhr an der Tischlerstraße, Ecke Forst-Kasten-Straße, tun. Weitere, ständig aktualisierte Informationen gibt es im Internet unter www.muenchen-ist-bunt.de.