Treffen - kein Platz für Nazis

8. Mai, Tag der Befreiung vom Faschismus – und sie wollen wieder marschieren: die alten und neuen Nazis, deren Vorbilder ganz Europa terrorisierten und willkürlich Menschen einsperrten, folterten und töteten. Ausgerechnet am 8. Mai sollen wir ihre Trommeln und Stiefel wieder auf unseren Straßen hören.

Die sogenannten „Freien Nationalisten“ wollen in einem Fackelzug vom Schweizer Platz, über die Tischlerstraße vorbei am Asylbewerberheim und der Gedenkstätte für 3543 Opfer der beiden Weltkriege, Dann vorbei am Haderner Dorffest zu einer Abschlusskundgebung am U-Bahnhof Großhadern.

„Mit uns nicht! Alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadtteile und ganz Münchens sind aufgerufen sich dem entgegenzustellen“, sagt Hans Bauer, Vorsitzender des BA19 (Obersendling-Thalkirchen-Forstenried-Fürstenried-Solln). “Denen können wir doch nicht unwidersprochen unsere Straßen überlassen!” bekräftigt ihn Frauke Bristot, stellvertretende Vorsitzende des BA 20 (Hadern).

Zur Vorbereitung dieses Kulturfestes, in das alle Organisationen, Vereine und Verbände der betroffenen Stadtteile eingebunden werden sollen, traf man sich letzten Mittwoch in der Sportgaststätte des TSV Forstenried. Der genaue Ort des Festes wird noch bekanntgegeben, aber Micky Wenngatz, die für den BA die Koordination aller Aktionen übernommen hat, kann schon so viel sagen: „Es sind viele kreative Vorschläge zusammen gekommen und wir werden ein buntes und abwechslungsreiches Fest auf die Beine stellen“.

Außerdem verabschiedete man bei dem Treffen einen Aufruf an die Bevölkerung, mit dem Besuch des Kulturfestes ihre Ablehnung der Nazidemonstration zu zeigen. Das Programm und der Aufruf sind im Internet unter www.muenchen-ist-bunt.de zu finden.

Die beteiligten Vereine, Verbände und Parteien stehen in einer langen Tradition des Kampfes gegen die Nazis. So sagte der Münchner Altoberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel schon 1965 bei der Einweihung der Gedenkstätte an der Tischlerstraße: „Denn an uns liegt es, ob die Dämme der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit noch einmal brechen!“ Und das gelte auch heute, betont Hans Bauer, der BA-Chef: „ Am 8. Mai 2010 liegt es an jeder einzelnen Münchener Bürgerin, an jedem einzelnen Münchener Bürger!“

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